Autor: Stefan

Arno Strobel Offline

Arno Strobel: Offline

Fünf Tage ohne Internet. Raus aus dem digitalen Stress, einfach nicht erreichbar sein. Digital Detox. So das Vorhaben einer Gruppe junger Leute, die dazu in ein ehemaliges Bergsteigerhotel auf den Watzmann in 2000 Metern Höhe reist. Aber am zweiten Tag verschwindet einer von ihnen und wird kurz darauf schwer misshandelt gefunden. Jetzt beginnt für alle ein Horrortrip ohne Ausweg. Denn sie sind offline, und niemand wird kommen, um ihnen zu helfen …

Mary L. Trump Zu viel und nie genug

Donald Trump – und er glaubt tatsächlich, was er sagt

Gut 1’200 Bücher sind bisher über den amtierenden US-Präsidenten erschienen, wie jüngst in der NZZ am Sonntag zu lesen war. Eines davon habe nun auch ich gelesen: Zu viel und nie genug von Mary L. Trump, der Nichte von Donald Trump und Tochter seines älteren Bruders Freddy, welcher 1981 im Alter von 42 Jahren mitunter an den Folgen des Alkohols verstarb – und nicht zuletzt an den Folgen der Familie Trump. Weil die Trumps eben so sind, wie sie sind.

Nun weiss ich, dass Donald Trump seine eigenen Lügen auch tatsächlich glaubt und sie deshalb auch nie als Lüge erkennen würde. Aber lest selbst. Das Buch ist interessant und teils gar äusserst erschreckend.

Gian Maria Calonder Engadiner Hochjagd

Leichte Engadiner Krimikost mit deppertem Polizisten

Der junge Flachländer Massimo Capaul hat gerade die Polizeischule abgeschlossen und tritt im Engadin auf dem Posten von Samedan seine erste richtige Stelle als Polizist an. Doch noch vor seinem ersten offiziellen Arbeitstag ist er schon wieder suspendiert. Er ist einfach zu penibel, zu korrekt und zu hartnäckig – und klärt nebenbei so manche rätselhafte Todesfälle auf.

Eine äusserst unterhaltsame Krimireihe mit einem bisweilen unglaublich doofen Hauptdarsteller. Mit Engadiner Hochjagd erschien in diesem Sommer der dritte und klar beste Band.

Gabriela Kasperski Bretonisch mit Meerblick

An der rauhen Atlantikküste der Bretagne

Anfang Jahr wurde bei mir durch einen Reisebericht über die Bretagne mal wieder das Fernweh geweckt. Wie schön wäre es, mit dem VW-Bus quer durch Frankreich bis ins westlichste Département Finistère zu fahren? Um irgendwo an der Atlantikküste wunderschöne Stunden zu verbringen.

Bis wir zu dieser Reise starten, wird noch etwas Zeit vergehen. Dennoch verbrachte ich bereits mehrere erholsame und unterhaltsame Stunden in der Bretagne. Ganz aktuell in einem neu erschaffenen Buchladen auf der Halbinsel Crozon, mit einer Breizh Cola und dem neusten Werk von Gabriela Kasperski.

Jan Fitschen Wunderläuferland Kenia

Träumen erlaubt – Laufen wie ein Kenianer

Laufen erfreut sich grosser Beliebtheit, vom Hobbyläufer bis hin zum Profiläufer. Immer wieder dürfen wir uns denn auch über Erfolge europäischer Läuferinnen und Läufer freuen – und dennoch stehen bei den grossen Laufevents der mittleren bis langen Distanzen oftmals die grazilen und stets schnellen Afrikaner aus Kenia oder Äthiopien ganz vorne in der Rangliste.

Kein Wunder also, reisen viele Europäer für ein mehrwöchiges Höhentraining nach Kenia. Um selbst schneller zu werden, aber auch um herauszufinden, weshalb die Kenianer dermassen schnell sind. Der Brite Adharanand Finn und der Deutsche Jan Fitschen berichten in ihren empfehlenswerten Büchern von ihren Erfahrungen. Lest weiter, erfahrt mehr – und werdet damit vielleicht auch selbst noch schneller.

Armin Öhri Liechtenstein Roman einer Nation

Empfehlenswerte Buchweltreise nach Liechtenstein

Als 38. Leseziel meiner BUCHweltreise stand nun endlich Liechtenstein auf dem Plan. Weshalb ich nicht früher ins Ländle reiste, weiss ich nicht. Der Roman einer Nation von Armin Öhri überzeugte mich vollends und somit war es jedenfalls allerhöchste Zeit, unsere lieben Landesnachbarn zu besuchen. Das sympathische Ländle zwischen Rhein und Vorarlberg mit dem Fürsten an der Landesspitze – und (mindestens) einem sehr empfehlenswerten Autor.

Romy Hausmann Marta schläft

Einmal verurteilt, für immer die perfekte Mörderin

Begeht man einen Mord, so braucht man in erster Linie die perfekte Mörderin oder den perfekten Mörder. Das ganze noch glaubwürdig arrangieren und schon ist man so gut wie aus dem Schneider. Ist die oder der Auserwählte am Ende tot, umso besser. Und wurde diese perfekte Mörderin bereits im Teenageralter für mehrere Jahre Jugendgefängnis Verurteilt, dürfte rein gar nichts mehr schief gehen. Schon gar nicht, wenn diese Person vor vielen Jahren die eigene Mutter umgebracht hat. Marta.

Oder war sie es doch nicht? Wurde ihr Leben tatsächlich vom letzten Kunden ihrer Mutter zerstört, so wie sie es die ganze Zeit beteuert? Dabei hat sie doch alles nur für ihren kleinen Bruder getan. Ein packender Thriller mit viel Spannung und der Wahrheit erst ganz zu Schluss.

Martin Walker Bruno Chef de Police Menu surprise

Kulinarisch actionreiche Krimis mit Bruno Chef de Police

Der ehemalige Soldat Bruno Courrèges ist in seiner Heimatstadt Saint-Denis im französischen Périgord als Polizist nicht nur für die Sicherheit des Ortes zuständig. Er sorgt sich um die Bewohner und das Wohl aller liegt ihm am Herzen. Dennoch ist die bei Touristen so beliebte Region immer wieder Schauplatz von teils actionreichen Kriminalfällen.

Genauso wichtig sind dem Chef de Police von Saint-Denis wie auch dem Autor Martin Walker die kulinarischen Spezialitäten, die in den Büchern nicht zu kurz kommen. Angereichert mit viel regionaler französischer Geschichte sowie immer mal wieder etwas Herzschmerz ergeben sich äussert lesenswerte und unterhaltsame Kriminalromane.

Lucy Foley Neuschnee

Freundschaften zerbrechen im Gefängnis des Neuschnee

Neun Freunde reisen über Silvester in ein abgelegenes Ressort in den schottischen Highlands. Wie jedes Jahr wollen sie den Jahreswechsel gemeinsam verbringen. Doch es wird anders als in den Jahren zuvor. Durch den vielen Neuschnee werden sie von der Umwelt abgeschnitten, das Gerücht eines Serienmörders macht die Runde und dann wird jemand aus der Gruppe vermisst und tot aufgefunden.

Doch was ist geschehen? Wem kann man auf der abgelegenen Berghütte noch trauen? Ein genialer Thriller der jungen englischen Autorin Lucy Foley.

Juan Gabriel Vasquez Die Gestalt der Ruinen

Kolumbien und die Gestalt seiner Ruinen

Die BUCHweltreise nach Kolumbien führte mich zu 400 Seiten voller Verschwörungstheorien. Von Attentaten auf kolombianische Politiker in den Jahren 1914 und 1948, aber auch zu Verbindungen zum Attentat auf den US-Präsidenten John F. Kennedy 1963 in Dallas und den Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Ungarn in Sarajevo von 1914. Der Roman erzählt von den Lebensumständen in diesen Jahrzehnten und von der Besessenheit eines jungen Mannes der Gegenwart.

Genial geschrieben und doch alles andere als leichte Lesekost. Aber lest selbst.

Erich Sutter Irminger Chirurgus

Irminger, Chirurgus – ein Stück Zürcher Geschichte

Das Buch Irminger, Chirurgus von Erich Sutter ist zweierlei. Einerseits ein spannender Roman, packend und unterhaltsam über alle Seiten hinweg. Es ist jedoch mehr als nur ein Roman. Es erzählt die Geschichte der real existierenden Irminger-Sippe aus Pfaffhausen bei Zürich und blickt zurück in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts. Es zeigt auf, wie die Leute in und um Zürich damals lebten und wie die französische Revolution sprichwörtlich in die Schweiz einzog – mit dem Umbruch der Gesellschaftsordnung und den vielen Soldaten.

Ein sehr empfehlenswertes Buch für alle Liebhaber historischer Romane und natürlich für alle Pfaffhauser, Fällander und Zürcher.

Masha Gessen Die Zukunft ist Geschichte

Sowjetunion – Russland retour: Die Zukunft ist Geschichte

Wie hat sich Russland in den letzten 40 Jahren entwickelt? Angefangen mit der Sowjetunion hinter dem eisernen Vorhang über die Öffnung zu Beginn der 1990er Jahre bis hin zum neuerlichen Entfernen des Westens unter dem langjährigen Präsidenten Putin. Masha Gessen erzählt die Geschichte Russlands mithilfe der Erfahrungen junger Menschen der Generation 1984, welche in ihrer Jungend den Zerfall der Sowjetunion erlebten und unter Präsident Putin erwachsen wurden.

Eindrücklich schildert sie, wie die Russen selbst die Entwicklung ihrer Heimat wahrnehmen. Ein Bericht von Unterdrückung, willkürlicher Polizeigewalt und einem Machtgebilde einzelner mächtiger Personen. Wer nicht dafür ist, hat keine Daseinsberechtigung. Russland, ein Land das sich öffnete. Und sich nun wieder mehr und mehr vom westlichen Europa entfernt.