Kategorie: Rezension

Gabriela Kasperski Bretonisch mit Meerblick

An der rauhen Atlantikküste der Bretagne

Anfang Jahr wurde bei mir durch einen Reisebericht über die Bretagne mal wieder das Fernweh geweckt. Wie schön wäre es, mit dem VW-Bus quer durch Frankreich bis ins westlichste Département Finistère zu fahren? Um irgendwo an der Atlantikküste wunderschöne Stunden zu verbringen.

Bis wir zu dieser Reise starten, wird noch etwas Zeit vergehen. Dennoch verbrachte ich bereits mehrere erholsame und unterhaltsame Stunden in der Bretagne. Ganz aktuell in einem neu erschaffenen Buchladen auf der Halbinsel Crozon, mit einer Breizh Cola und dem neusten Werk von Gabriela Kasperski.

Jan Fitschen Wunderläuferland Kenia

Träumen erlaubt – Laufen wie ein Kenianer

Laufen erfreut sich grosser Beliebtheit, vom Hobbyläufer bis hin zum Profiläufer. Immer wieder dürfen wir uns denn auch über Erfolge europäischer Läuferinnen und Läufer freuen – und dennoch stehen bei den grossen Laufevents der mittleren bis langen Distanzen oftmals die grazilen und stets schnellen Afrikaner aus Kenia oder Äthiopien ganz vorne in der Rangliste.

Kein Wunder also, reisen viele Europäer für ein mehrwöchiges Höhentraining nach Kenia. Um selbst schneller zu werden, aber auch um herauszufinden, weshalb die Kenianer dermassen schnell sind. Der Brite Adharanand Finn und der Deutsche Jan Fitschen berichten in ihren empfehlenswerten Büchern von ihren Erfahrungen. Lest weiter, erfahrt mehr – und werdet damit vielleicht auch selbst noch schneller.

Armin Öhri Liechtenstein Roman einer Nation

Empfehlenswerte Buchweltreise nach Liechtenstein

Als 38. Leseziel meiner BUCHweltreise stand nun endlich Liechtenstein auf dem Plan. Weshalb ich nicht früher ins Ländle reiste, weiss ich nicht. Der Roman einer Nation von Armin Öhri überzeugte mich vollends und somit war es jedenfalls allerhöchste Zeit, unsere lieben Landesnachbarn zu besuchen. Das sympathische Ländle zwischen Rhein und Vorarlberg mit dem Fürsten an der Landesspitze – und (mindestens) einem sehr empfehlenswerten Autor.

Romy Hausmann Marta schläft

Einmal verurteilt, für immer die perfekte Mörderin

Begeht man einen Mord, so braucht man in erster Linie die perfekte Mörderin oder den perfekten Mörder. Das ganze noch glaubwürdig arrangieren und schon ist man so gut wie aus dem Schneider. Ist die oder der Auserwählte am Ende tot, umso besser. Und wurde diese perfekte Mörderin bereits im Teenageralter für mehrere Jahre Jugendgefängnis Verurteilt, dürfte rein gar nichts mehr schief gehen. Schon gar nicht, wenn diese Person vor vielen Jahren die eigene Mutter umgebracht hat. Marta.

Oder war sie es doch nicht? Wurde ihr Leben tatsächlich vom letzten Kunden ihrer Mutter zerstört, so wie sie es die ganze Zeit beteuert? Dabei hat sie doch alles nur für ihren kleinen Bruder getan. Ein packender Thriller mit viel Spannung und der Wahrheit erst ganz zu Schluss.

Lucy Foley Neuschnee

Freundschaften zerbrechen im Gefängnis des Neuschnee

Neun Freunde reisen über Silvester in ein abgelegenes Ressort in den schottischen Highlands. Wie jedes Jahr wollen sie den Jahreswechsel gemeinsam verbringen. Doch es wird anders als in den Jahren zuvor. Durch den vielen Neuschnee werden sie von der Umwelt abgeschnitten, das Gerücht eines Serienmörders macht die Runde und dann wird jemand aus der Gruppe vermisst und tot aufgefunden.

Doch was ist geschehen? Wem kann man auf der abgelegenen Berghütte noch trauen? Ein genialer Thriller der jungen englischen Autorin Lucy Foley.

Juan Gabriel Vasquez Die Gestalt der Ruinen

Kolumbien und die Gestalt seiner Ruinen

Die BUCHweltreise nach Kolumbien führte mich zu 400 Seiten voller Verschwörungstheorien. Von Attentaten auf kolombianische Politiker in den Jahren 1914 und 1948, aber auch zu Verbindungen zum Attentat auf den US-Präsidenten John F. Kennedy 1963 in Dallas und den Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Ungarn in Sarajevo von 1914. Der Roman erzählt von den Lebensumständen in diesen Jahrzehnten und von der Besessenheit eines jungen Mannes der Gegenwart.

Genial geschrieben und doch alles andere als leichte Lesekost. Aber lest selbst.

Erich Sutter Irminger Chirurgus

Irminger, Chirurgus – ein Stück Zürcher Geschichte

Das Buch Irminger, Chirurgus von Erich Sutter ist zweierlei. Einerseits ein spannender Roman, packend und unterhaltsam über alle Seiten hinweg. Es ist jedoch mehr als nur ein Roman. Es erzählt die Geschichte der real existierenden Irminger-Sippe aus Pfaffhausen bei Zürich und blickt zurück in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts. Es zeigt auf, wie die Leute in und um Zürich damals lebten und wie die französische Revolution sprichwörtlich in die Schweiz einzog – mit dem Umbruch der Gesellschaftsordnung und den vielen Soldaten.

Ein sehr empfehlenswertes Buch für alle Liebhaber historischer Romane und natürlich für alle Pfaffhauser, Fällander und Zürcher.

Masha Gessen Die Zukunft ist Geschichte

Sowjetunion – Russland retour: Die Zukunft ist Geschichte

Wie hat sich Russland in den letzten 40 Jahren entwickelt? Angefangen mit der Sowjetunion hinter dem eisernen Vorhang über die Öffnung zu Beginn der 1990er Jahre bis hin zum neuerlichen Entfernen des Westens unter dem langjährigen Präsidenten Putin. Masha Gessen erzählt die Geschichte Russlands mithilfe der Erfahrungen junger Menschen der Generation 1984, welche in ihrer Jungend den Zerfall der Sowjetunion erlebten und unter Präsident Putin erwachsen wurden.

Eindrücklich schildert sie, wie die Russen selbst die Entwicklung ihrer Heimat wahrnehmen. Ein Bericht von Unterdrückung, willkürlicher Polizeigewalt und einem Machtgebilde einzelner mächtiger Personen. Wer nicht dafür ist, hat keine Daseinsberechtigung. Russland, ein Land das sich öffnete. Und sich nun wieder mehr und mehr vom westlichen Europa entfernt.

Joel Dominique Sante Tatort Thurgau Tiefer Fall

Piet und Mägi ermitteln im Tatort Thurgau

Der neuste Tatort Thurgau führt die Ermittler Mägi Buchwald und Piet Wenger nach Romanshorn am Bodensee. Der Besitzer des dort ansässigen Bauunternehmens kommt auf einer naheliegenden Baustelle ums Leben. Doch erst nach einem anonymen Telefonanruf wird aus diesem unglücklichen Unfall kurz nach Feierabend ein Todesfall mit Fremdeinwirkung.

Kurz darauf kommt auch noch der Bauleiter besagter Baustelle ums Leben. Erneut sieht es nach Selbstmord aus, doch sind es der Zufälle langsam zu viel. Aber wer steckt hinter den Todesfällen? Will die eigene Familie vorzeitig ans Erbe ran oder steckt was ganz anderes dahinter?

Sämtliche Spuren der Ermittler verlaufen im Sande und als sie dem wahren Täter auf die Schliche kommen, scheint das tragische Ende nicht mehr abzuwenden. Schaffen es Piet und Mägi, den Täter rechtzeitig zu stellen?

Anja Berger Die Farben des Bösen

Anja Berger: Schwarz-Weiss-Grau – Das Böse kennt alle Farben

Schwarz. Die Farbe des Bösen. Weiss. Die Farbe für die Unbekümmertheit des Lebens. Grau. Leben trifft auf den Tod. Am Schluss? Da finden die Farben zusammen. Das Böse spielt in allen Farben und letztendlich trifft das Schwarze auf das Weisse.

Die Schweiz mit den idyllischen Alpen und dem Inbegriff eines friedlichen Lebens wird Schauplatz eines brutalen Thrillers. Das Schwarze zieht sich von Basel bis ins Bündnerland. Unvorstellbar, dass solch ein Fall vor unserer Haustür geschehen könnte. Aber wieso nicht? Anja Berger ist mit Die Farben des Bösen ein überraschend guter und überaus spannender Thriller gelungen.

Lukas Dischl Unrein

Unrein – wenn selbst die Opfer nicht unschuldig sind

Ein neues Ermittlerpaar sorgt in der Leuchtenstadt Luzern für mehr Gerechtigkeit. Coco Kronenberg und Elias Amrein von der Luzerner Polizei bekommen es in ihrem ersten Fall Unrein mit einer tragischen Geschichte zu tun. Und mit Mordopfern von jungen, unschuldigen Knaben. Doch waren diese zu Lebzeiten tatsächlich solche Unschuldslämmer, wie es dessen Eltern zu wissen glauben?

Lest mehr vom Debutroman Unrein des echten Luzerner Polizisten und Autor Lukas Dischl.

Monioka Mansour Luzerner Totentanz

Monika Mansour: Von den Ungerechtigkeiten des Lebens – früher wie heute

Eine Hexe versetzt die Stadt Luzern in Angst und Schrecken. Über die Weihnachtstage werden in der Stadt Luzern an drei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils ein Mädchen aus ihrem Zimmer entführt und öffentlichkeitswirksam an geschichtsträchtigen Orten niedergelegt. Die Fundorte sind geprägt mit Symbolen, welche auf das Mittelalter und die Zeit der Hexen hindeuten. Schnell weiss man, wer dafür verantwortlich ist – die Sträggele von Luzern. Und für den Krimi die Autorin Monika Mansour.

Doch wer steckt tatsächlich hinter diesen Taten und mit welchem Motiv? Ein spannender Krimi, welcher deutlich aufzeigt, dass die letzte Hexe noch lange nicht verbrannt ist – auch wenn es heute keine Scheiterhaufen mehr für sie gibt.