Kategorie: Roman

Jan Fitschen Wunderläuferland Kenia

Träumen erlaubt – Laufen wie ein Kenianer

Laufen erfreut sich grosser Beliebtheit, vom Hobbyläufer bis hin zum Profiläufer. Immer wieder dürfen wir uns denn auch über Erfolge europäischer Läuferinnen und Läufer freuen – und dennoch stehen bei den grossen Laufevents der mittleren bis langen Distanzen oftmals die grazilen und stets schnellen Afrikaner aus Kenia oder Äthiopien ganz vorne in der Rangliste.

Kein Wunder also, reisen viele Europäer für ein mehrwöchiges Höhentraining nach Kenia. Um selbst schneller zu werden, aber auch um herauszufinden, weshalb die Kenianer dermassen schnell sind. Der Brite Adharanand Finn und der Deutsche Jan Fitschen berichten in ihren empfehlenswerten Büchern von ihren Erfahrungen. Lest weiter, erfahrt mehr – und werdet damit vielleicht auch selbst noch schneller.

Armin Öhri Liechtenstein Roman einer Nation

Empfehlenswerte Buchweltreise nach Liechtenstein

Als 38. Leseziel meiner BUCHweltreise stand nun endlich Liechtenstein auf dem Plan. Weshalb ich nicht früher ins Ländle reiste, weiss ich nicht. Der Roman einer Nation von Armin Öhri überzeugte mich vollends und somit war es jedenfalls allerhöchste Zeit, unsere lieben Landesnachbarn zu besuchen. Das sympathische Ländle zwischen Rhein und Vorarlberg mit dem Fürsten an der Landesspitze – und (mindestens) einem sehr empfehlenswerten Autor.

Juan Gabriel Vasquez Die Gestalt der Ruinen

Kolumbien und die Gestalt seiner Ruinen

Die BUCHweltreise nach Kolumbien führte mich zu 400 Seiten voller Verschwörungstheorien. Von Attentaten auf kolombianische Politiker in den Jahren 1914 und 1948, aber auch zu Verbindungen zum Attentat auf den US-Präsidenten John F. Kennedy 1963 in Dallas und den Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Ungarn in Sarajevo von 1914. Der Roman erzählt von den Lebensumständen in diesen Jahrzehnten und von der Besessenheit eines jungen Mannes der Gegenwart.

Genial geschrieben und doch alles andere als leichte Lesekost. Aber lest selbst.

Erich Sutter Irminger Chirurgus

Irminger, Chirurgus – ein Stück Zürcher Geschichte

Das Buch Irminger, Chirurgus von Erich Sutter ist zweierlei. Einerseits ein spannender Roman, packend und unterhaltsam über alle Seiten hinweg. Es ist jedoch mehr als nur ein Roman. Es erzählt die Geschichte der real existierenden Irminger-Sippe aus Pfaffhausen bei Zürich und blickt zurück in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts. Es zeigt auf, wie die Leute in und um Zürich damals lebten und wie die französische Revolution sprichwörtlich in die Schweiz einzog – mit dem Umbruch der Gesellschaftsordnung und den vielen Soldaten.

Ein sehr empfehlenswertes Buch für alle Liebhaber historischer Romane und natürlich für alle Pfaffhauser, Fällander und Zürcher.

Masha Gessen Die Zukunft ist Geschichte

Sowjetunion – Russland retour: Die Zukunft ist Geschichte

Wie hat sich Russland in den letzten 40 Jahren entwickelt? Angefangen mit der Sowjetunion hinter dem eisernen Vorhang über die Öffnung zu Beginn der 1990er Jahre bis hin zum neuerlichen Entfernen des Westens unter dem langjährigen Präsidenten Putin. Masha Gessen erzählt die Geschichte Russlands mithilfe der Erfahrungen junger Menschen der Generation 1984, welche in ihrer Jungend den Zerfall der Sowjetunion erlebten und unter Präsident Putin erwachsen wurden.

Eindrücklich schildert sie, wie die Russen selbst die Entwicklung ihrer Heimat wahrnehmen. Ein Bericht von Unterdrückung, willkürlicher Polizeigewalt und einem Machtgebilde einzelner mächtiger Personen. Wer nicht dafür ist, hat keine Daseinsberechtigung. Russland, ein Land das sich öffnete. Und sich nun wieder mehr und mehr vom westlichen Europa entfernt.

Klüpfel Kobr In der ersten Reihe sieht man Meer

In der ersten Reihe sieht man Meer

Ein Buch. Eine Geschichte. Und doch so wahr.

Die Familienferien der 80er inspirierten die Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr zu diesem aussergewöhnlichen Buch. Auch wenn, oder gerade weil die Geschichte vielen so bekannt vorkommen dürfte.

Sebastian Fitzek Fische die auf Bäume klettern

Sebastian Fitzek: Wenn die Eltern ihre Kinder auf die Reisen des Leben loslassen

Was würden wir unseren Kindern für das Leben mitgeben, wenn uns Eltern nicht mehr viel Zeit bliebe? Diese Frage stellte sich Vater und Autor Sebastian Fitzek. Seine Antworten schrieb er in seinem neusten Werk nieder.

Es ist ein sehr persönliches Buch. Beim Lesen kam ich mir zeitweise etwas fehl am Platz vor, als ob ich im Wohnzimmer der Familie Fitzek stehen würde. Dennoch entdeckte ich mich selbst und meine Gedanken immer wieder von neuem. Und ja, zum grossen Teil möchte ich meinem Sohn die gleichen Zutaten in seinen Lebensrucksack packen. Spannend waren jedoch auch die Überlegungen, wie mein eigener Rucksack für mein Leben so gepackt wurde und wie dieser aktuell aussieht.

Wertvolle und spannende Gedanken für uns Eltern, unsere Kinder, aber im Grunde einfach für alle. Und unterhaltsam ist das Buch noch dazu.

Yasmina Khadra Die Engel sterben an unseren Wunden

Die Engel sterben an unseren Wunden

Die BUCHweltreise führte mich jüngst in ein Land zwischen Armut und Reichtum. Zu einer Familie, welche nichts hat und selbst dies noch verliert. Zu einem Jungen, der mehr will, als einfach in Armut weiterleben. Zu einem jungen Mann, der mit seiner starken Linken Faust grosse Erfolge feiert – und schlussendlich daran zugrunde geht.

Erfahrt mehr über die berührende und packende Lebensgeschichte des jungen muslimischen Algeriers Turambo.

Khaled Khalifa Der Tod ist ein mühseliges Geschäft

Mit dem toten Vater auf der letzten beschwerlichen Reise durch Syrien

Es ist ein aufwühlendes und eindrückliches Werk. Die Erzählung von Khaled Khalifa handelt vom Tod. Dem in Syrien so allgegenwärtigen Umgang mit toten Angehörigen. Der Roman erzählt die Reise dreier Geschwister, die mit der Leiche ihres Vaters zu dessen Todesstätte in seinem Heimatdorf fahren. Dem letzten Wunsch ihres Vaters. Eine Reise quer durch Syrien. Von Damaskus, welches unter dem Diktat des Regimes steht, bis nach Anabîja, nördlich von Aleppo, im von Rebellen kontrollierten Norden Syriens.

Andrea Hirata Die Regenbogentruppe

Die berührende Geschichte der Regenbogentruppe

Die Regenbogentruppe zeigt tiefe Einblicke in ein Land vieler Gegensätze und sie ist zugleich ein Abbild der Lebensgeschichte des indonesischen Autors Andrea Hirata. Es ist die Geschichte von Schülern und Lehrern einer Armenschule auf der Insel Belitung in Indonesien. Eine Schule, die geschlossen und später von den Baggern der Zinnabbauindustrie platt gewalzt werden sollte. Doch all dies und einiges mehr können die Schüler und ihre Lehrer verhindern.

Es ist jedoch nicht die Erfolgsgeschichte dieser Armenschule, denn es schaffen es bei weitem nicht alle Schüler, den Weg aus der Armut zu finden. Es ist vielmehr das Bild einer brutalen Realität, in welcher es die ärmsten ungemein schwer haben, aus ihrer Welt auszubrechen. Was wird aus dem Mathematikgenie Lintang? Was aus dem Künstler Mahar? Und wie verläuft das Leben des Erzählers Ikal?

Lest selbst die bewegende und doch so spannende Geschichte der Regenbogentruppe.

Jose Eduardo Agualusa Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer

Träumen von der Freiheit in Angola

Was wäre ein leben ohne Träume? Wir haben doch hoffentlich alle einen Traum. Oder mehrere. Im Roman des Angolanischen Autors José Eduardo Agualusa geht es um die Träume verschiedener Protagonisten und wie mit kollektivem Träumen mehr erreicht werden kann, als mit gewalttätigen Protesten.

Ein etwas schräger, aber dennoch äusserst lesenswerter und unterhaltsamer Roman aus dem südlichen Afrika.

Franz Hohler Gleis 4

Franz Hohler: Das Schicksal ruft auf Gleis 4

Gleis 4 von Franz Hohler. Isabelle ist unterwegs in die wohlverdienten Ferien. Nach einer unerwarteten Operation reist sie ihrer Freundin nach auf die aeolischen Inseln, nach Stromboli. Als sie mit ihrem Koffer vor der grossen Treppe im Bahnhof Oerlikon steht, bietet ihr ein älterer Herr seine Hilfe an. Gerne nimmt Isabelle diese an, doch wenig später bricht der unbekannte Helfer auf dem Perron tot zusammen.

Isabelle leistet erste Hilfe, weitere Pendler rufen Ambulanz und Polizei. Der Zug von Isablle fährt ohne sie, ebenso der Flieger in den Süden. Nun nimmt die Geschichte seinen Lauf. Isabelle verzichtet, später zu fliegen und will mehr über den unbekannten Toten herausfinden. Ob das eine gute Idee war?